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Ich zeichne keine Bilder – ich zeichne Ziele!

 

Vor einiger Zeit bat mich ein Industrieunternehmen, seine Zukunft zu zeichnen. Nicht zu illustrieren. Zu zeichnen. Live. Gemeinsam. Mit den Menschen im Raum.

Der entscheidende Unterschied

Viele glauben, Graphic Recording bedeutet, Inhalte hübsch zu visualisieren. Für mich beginnt die Arbeit viel früher. Ich setze keine fertigen PowerPoint-Folien um. Ich stelle Fragen. Immer wieder. Fragen, die Bilder erzeugen statt Floskeln. Denn:

„Wir wollen innovativer werden.“

ergibt kein Bild.

Aber:

„Was sehen wir in zehn Jahren, das heute noch unmöglich erscheint?“

Schon entsteht eine gemeinsame Vorstellung.

Aus Worten werden Bilder

In diesem Workshop entstand unten links das Flugzeug von Blériot. Darüber die Enterprise aus Star Trek. Beides stand für denselben Gedanken:

Aufbruch in unbekannte Welten.

In dem Moment, als die Teilnehmer ihre eigene Strategie in dieser Bildwelt wiedererkannten, veränderte sich die Stimmung im Raum. Das vergesse ich bis heute nicht.

Eine Folie erklärt. Ein Bild erinnert.

Eine Präsentation verschwindet meist nach dem Meeting. Ein gemeinsames Bild bleibt. Es hängt an der Wand. Man geht Wochen oder Monate später daran vorbei und entdeckt neue Zusammenhänge. Genau darin liegt seine Stärke.

Gerade deshalb wird KI Zielbilder nicht ersetzen.

Künstliche Intelligenz kann beeindruckende Bilder erzeugen. Sie kann Texte zusammenfassen. Sie kann Ideen visualisieren. Aber sie steht nicht mit zwanzig Menschen in einem Raum. Sie hört keine Zwischentöne. Sie stellt nicht die Frage, die plötzlich einen völlig neuen Gedanken auslöst. Ein Zielbild entsteht nicht am Schreibtisch. Es entsteht im Gespräch.

Deshalb glaube ich:

Zielbilder werden in Zukunft wichtiger. Nicht unwichtiger.

Denn je mehr Informationen KI produziert, desto wichtiger wird ein gemeinsames Bild, das Orientierung gibt.

Wenn Sie für Ihr Unternehmen ein Zielbild entwickeln möchten, sprechen Sie mich gerne an.

Was lerne ich daraus?

Zielbilder entstehen dadurch, dass Menschen gemeinsam die richtigen Fragen stellen. Eine KI kann Bilder generieren, aber sie kann nicht im Raum stehen. Sie hört keine Zwischentöne. Sie spürt keine Unsicherheit. Und sie erkennt nicht den Moment, in dem plötzlich alle nicken, weil eine gemeinsame Vorstellung entstanden ist. Deshalb glaube ich:

Zielbilder werden wichtiger. Nicht unwichtiger.

Je mehr Informationen KI produziert, desto wichtiger wird ein gemeinsames Bild, das Orientierung gibt.

Führung ist wie Schauspiel – nur ohne Kostüm

Vor kurzem gab ich wieder einen Workshop zum Thema „Die Aufgabe des Schauspielers“.

Nach einer Übung sagte jemand:

            „Ich finde einfach nicht in die Rolle.“

Ich musste lächeln. Diesen Satz höre ich seit über dreißig Jahren. Und fast jedes Mal denke ich: Eigentlich ist das kein Schauspielproblem. Es ist ein Führungsproblem. Denn gute Schauspieler warten nicht darauf, dass sie irgendwann „in der Rolle“ sind.

Sie arbeiten daran. Sie trainieren ihre Stimme. Sie beobachten Menschen. Sie schärfen ihren Ausdruck. Sie entwickeln eine Biografie für ihre Figur. Sie wissen, warum sie einen Raum betreten. Und warum sie ihn wieder verlassen.

Vor allem aber lernen sie etwas, das in keinem Textbuch steht:

            Präsent sein.

Nicht nur körperlich. Sondern mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit. Mit ihrem Gegenüber. Mit dem Moment. Genau deshalb fasziniert mich Schauspiel seit so vielen Jahren. Denn auf der Bühne merkt man sofort, wenn jemand nur funktioniert. Man sieht die Technik. Man hört die Routine. Aber man fühlt den Menschen nicht.

Und genau dasselbe passiert in Meetings. In Workshops. Im Unterricht. In Gesprächen.

Menschen folgen keiner Stellenbeschreibung. Sie folgen auch keiner perfekten Methode. Sie folgen Menschen, die wirklich da sind. Die zuhören. Die reagieren. Die nicht schon beim nächsten Satz sind, während der andere noch spricht.

Als Moderator, Graphic Recorder oder Lehrer erlebe ich das immer wieder. Die besten Momente entstehen selten, weil jemand die perfekte Methode kennt. Sondern weil plötzlich echte Aufmerksamkeit im Raum entsteht. Dann beginnen Menschen, anders zu denken.

Mutiger zu sprechen. Ehrlicher zu widersprechen. Kreativer zu werden.

Vielleicht liegt genau darin die größte Gemeinsamkeit zwischen Schauspiel und Führung. Beides beginnt nicht mit der Frage:

            „Wie wirke ich?“

Sondern mit einer ganz anderen:

            „Wie kann ich wirklich anwesend sein?“

Was lerne ich daraus?

Je länger ich Theater mache, desto weniger glaube ich, dass Schauspiel etwas mit Verstellen zu tun hat. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Die besten Schauspieler verstecken sich nicht hinter einer Rolle. Sie finden in ihr etwas Echtes.

Und vielleicht gilt genau das auch für gute Führung. Nicht möglichst überzeugend wirken. Sondern so präsent sein, dass andere sich ebenfalls trauen, präsent zu sein.

Warum ich bis heute lieber zum Flipchart greife als zu PowerPoint

Vor einiger Zeit fragte mich ein Teilnehmer nach einem Workshop:

            „Warum zeichnest du alles live? Du könntest die Folien doch vorher fertig vorbereiten.“

Die Frage ist berechtigt. Und die Antwort lautet:

            „Das meiste bereite ich tatsächlich vor.“

Ich entwickle den Ablauf. Ich zeichne Überschriften. Ich entwerfe Templates. Ich überlege mir, wie zehn Gruppen gleichzeitig arbeiten können, ohne sich gegenseitig im Weg zu stehen.

Ein guter Workshop entsteht nicht aus Improvisation allein. Aber genau dort hört für mich die Vorbereitung auf. Denn irgendwann stellt jemand eine Frage, mit der ich nicht gerechnet habe. Jemand formuliert einen Gedanken, der plötzlich den ganzen Workshop verändert.

Oder zwei Teilnehmer widersprechen sich und gemeinsam entsteht eine Idee, die vorher niemand auf dem Schirm hatte. Dann nehme ich den Stift wieder in die Hand. Nicht, weil ich zeichnen möchte. Sondern weil dieser Gedanke jetzt sichtbar werden soll. Und genau darin liegt für mich der eigentliche Unterschied zu PowerPoint.

Natürlich könnte ich eine neue Folie öffnen. Ein Textfeld einfügen. Eine Grafik verschieben. Aber während ich durch Menüs klicke, passiert etwas Entscheidendes:

Die Aufmerksamkeit verschiebt sich. Nicht mehr zu den Menschen. Sondern zum Computer.

Beim Flipchart ist das anders. Jeder sieht denselben Strich entstehen. Jeder verfolgt denselben Gedanken. Und während ich zeichne, denke ich selbst weiter.

Oft verändert sich die Idee noch, während das Bild entsteht. Ein Pfeil kommt dazu. Ein Symbol verschwindet. Ein Teilnehmer ergänzt etwas. Das Bild wächst mit dem Gespräch. Ein Flipchart zeigt deshalb nicht nur Ergebnisse.

            Ein Flipchart zeigt, wie Denken entsteht.

Genau deshalb liebe ich diese Art zu arbeiten seit so vielen Jahren. Nicht weil Flipcharts schöner wären als PowerPoint. Sondern weil sie mich zwingen, bei den Menschen zu bleiben.

Was lerne ich daraus?

Viele glauben, man müsse besonders gut zeichnen können, um ein Flipchart zu benutzen. Das glaube ich überhaupt nicht.

            Ein paar einfache Symbole. Ein paar saubere Linien. Ein paar Tricks für Schrift, Figuren und  Farben.

Mehr braucht es oft gar nicht. Der eigentliche Mut besteht nicht darin, perfekt zu zeichnen. Sondern darin, den Stift überhaupt in die Hand zu nehmen. Denn in dem Moment, in dem Menschen beginnen, ihre Gedanken sichtbar zu machen, verändert sich etwas. Sie präsentieren nicht mehr nur Ergebnisse. Sie laden andere ein, mitzudenken.

Und genau deshalb heißt mein Onlinekurs seit vielen Jahren „Flipchartheld in 7 Tagen“.

Nicht weil aus jedem Teilnehmer ein Künstler werden soll.

Sondern weil ich Menschen zeigen möchte, wie schnell sie genügend Sicherheit gewinnen können, um ihre Ideen sichtbar zu machen.

Denn ein Flipchartheld zeichnet keine perfekten Bilder.

Er ist nicht der beste Zeichner – aber er hat den Mut, vor den Augen anderer zu denken.

Falls du genau dieses Selbstvertrauen entwickeln möchtest, findest du meinen Onlinekurs „Flipchartheld in 7 Tagen“ hier: https://humorinstitut.smile2.de/flipchartheld-in-einer-woche

75 Jahre Grundgesetz – Was Kinder mich über Demokratie gelehrt haben

 

Manchmal reicht ein Blatt Papier, um zu verstehen, wie Demokratie wirklich funktioniert.

2024 feierte Deutschland 75 Jahre Grundgesetz. Aus diesem Anlass wurde ich als Graphic Recorder in mehrere Kindergärten und Kinderhorte eingeladen. Meine Aufgabe war eigentlich ganz einfach: zuhören, zeichnen und sichtbar machen, wie Kinder Mitbestimmung erleben.

Ich erwartete bunte Bilder. Ich bekam eine Lektion in Demokratie. Die Erzieherinnen stellten den Kindern Fragen, die wir Erwachsenen viel zu selten stellen:

            „Was könnt ihr im Kindergarten alles mitentscheiden?“

Die Antworten überraschten mich.

Die Kinder entschieden gemeinsam, welche Spiele gespielt werden, was beim Maifest passiert,

            „Wir wollen Paare auslosen, die dann miteinander tanzen und eine Rutschbahn!“

welche Themen im Kinderparlament besprochen werden oder ob sie lieber draußen oder drinnen spielen möchten.

Natürlich entscheiden sie nicht alles. Aber erstaunlich viel.

Noch spannender wurde es, als es um Streit ging. Wann versucht ihr, einen Konflikt selbst zu lösen? Wann holt ihr Hilfe? Wann müssen Erwachsene eingreifen? Mit beeindruckender Selbstverständlichkeit beschrieben die Kinder Regeln, Verantwortung und gegenseitige Rücksicht. Mir wurde plötzlich klar:

Demokratie beginnt nicht mit einer Wahlurne. Sie beginnt dort, wo Menschen erleben, dass ihre Stimme zählt.

Während die Kinder erzählten, entstand auf meiner Metaplanwand eine große Landkarte ihrer Gedanken. Jede Idee bekam einen Platz. Jeder Beitrag wurde sichtbar. Und genau darin liegt für mich die Kraft von Graphic Recording. Schnelles Gekritzel und Gedanken ernst zu nehmen.

Wenn eine Idee groß auf einer Metaplanwand erscheint, verändert sich etwas. Aus einem flüchtigen Satz wird ein sichtbarer Beitrag. Aus einer Meinung wird etwas, das alle gemeinsam betrachten und weiterentwickeln können.

Fast noch schöner war etwas anderes.

Ich war an diesem Tag für die Kinder mindestens genauso spannend wie die Konferenz. Ich und mein riesiger Koffer voller Marker, Kreiden und Stifte. Immer wieder kamen neugierige Kinder zu mir und fragten:

            „Dürfen wir auch mal damit malen?“

Normalerweise lautet meine Antwort: eher nicht. Das sind meine Werkzeuge. Mein Handwerkszeug. An diesem Tag war sie anders. Natürlich durften sie. Für einen Moment waren die Marker nicht mehr meine Werkzeuge. Sie wurden unsere. Nicht ich, sondern die Kinder waren die Graphic Recorder!

Vielleicht passt genau das zu diesem Tag. Demokratie bedeutet nicht, alles aus der Hand zu geben. Aber sie bedeutet, Menschen zu beteiligen. Sie ernst zu nehmen. Ihnen Verantwortung zuzutrauen.

Was ich daraus mitnehme

Seit diesem Tag sehe ich Graphic Recording noch einmal anders. Es geht nicht nur darum, Informationen zu dokumentieren. Es geht darum, Menschen zu zeigen:

Das, was du gesagt hast, ist wichtig genug, dass es sichtbar wird.

Vielleicht beginnt genau dort Beteiligung. Und vielleicht beginnt genau dort auch Demokratie. Vor allem aber nahm ich eine Erkenntnis mit:

Kinder müssen Demokratie nicht erst lernen. Kinder müssen auch Graphic Recording nicht erst lernen!

Wir Erwachsenen müssen ihnen nur zutrauen, sie zu leben.

Danke an alle Kinder, Erzieherinnen und Erzieher, die mir an diesem Tag gezeigt haben, wie selbstverständlich Mitbestimmung sein kann.

Wann haben wir eigentlich aufgehört Künstler zu sein?

„Ach, ich wünschte, ich könnte auch so schön zeichnen wie Sie. Ich bin völlig unbegabt.“

Diesen Satz höre ich erstaunlich oft. Auf Management-Konferenzen. In Workshops. Beim Graphic Recording. Fast jedes Mal sagt ihn jemand. Und fast jedes Mal frage ich mich dasselbe:

            „Wann genau beschließen wir eigentlich, dass wir unkreativ sind?“

Ich habe jedenfalls noch nie erlebt, dass ein kleines Kind vor einem Blatt Papier sitzt und sagt:

            „Ich kann leider nicht malen.“

Kinder zeichnen einfach. Sie erfinden Tiere, die es gar nicht gibt. Häuser mit schiefen Dächern. Menschen mit vier Fingern. Sonnen mit Gesichtern. Niemand entschuldigt sich. Niemand fragt, ob das richtig ist.

Irgendwann verändert sich etwas.

Ein Bild wird bewertet. Ein Vergleich beginnt. Plötzlich geht es nicht mehr darum, etwas auszuprobieren, sondern darum, etwas richtig zu machen. Aus Spielfreude wird Selbstkritik. Aus Neugier wird Vorsicht.

Und Jahre später sitzen dieselben Menschen vor mir und sagen:

            „Ich bin leider überhaupt nicht kreativ.“

Ich glaube ihnen das nicht. Nicht einen Moment. Denn Kreativität verschwindet nicht einfach. Sie wird oft nur über viele Jahre hinweg zugeschüttet. Von Noten. Von Vergleichen. Von der Angst, sich zu blamieren. Von dem Gedanken, dass Kunst etwas für Begabte sei.

Dabei ist Zeichnen viel weniger ein Talent als eine Sprache. Eine Sprache, die wir alle einmal gesprochen haben. Deshalb liebe ich meine Arbeit als Graphic Recorder so sehr.

Ich zeichne nicht, um bessere Bilder als andere zu produzieren. Ich zeichne, damit Gedanken sichtbar werden. Damit aus einem flüchtigen Satz eine Idee wird, über die Menschen gemeinsam nachdenken können. Oft erlebt jemand zum ersten Mal, wie seine Gedanken auf einer großen Wand Gestalt annehmen. Und plötzlich passiert etwas Erstaunliches: Er erkennt sich darin wieder.

Vielleicht beginnt Kreativität genau dort.

Nicht mit einem außergewöhnlichen Talent. Sondern mit dem Mut, den ersten Strich zu machen.

Pablo Picasso hat einmal gesagt:

            „Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist, ein Künstler zu bleiben, wenn man erwachsen wird.“

Ich weiß, er hatte recht. Heute Abend habe ich eine kleine Einladung für euch.

Nehmt euch ein Blatt Papier. Zeichnet ein Gesicht. Einen Hund. Ein Haus. Einen Baum. Ganz egal.

Nicht, um jemandem zu gefallen.

Nicht, um ein Kunstwerk zu schaffen.

Sondern um herauszufinden, ob eure Kreativität wirklich verschwunden ist.

Oder ob sie die ganze Zeit nur darauf gewartet hat, dass ihr ihr wieder eine Chance gebt.

Farben & Effekte

#fridaymotivation mit dem letzten Teil 5/5 von der FLOPchart zur FLIPchart. Der Trick bei einer gelungenen Flipchartpräsentation ist der, sich mit Farben zurückzuhalten. Maximal 2 verschiedene Farben (außer grau) sollten langen, sonst wird die Präsentation zu bunt!

Symbole

#thursdaymotivation mit Teil 4/5. Jetzt wird es Zeit, eigene Icons zu kreieren. Ein Paar Standardsymbole kommen immer wieder vor. Hier sind sie!

Grafische Elemente

#wednesdaymotivation mit Teil 3/5 aus der Serie: Vom FLOPchart zum FLIPchart. Mit ein Paar grafischen Elementen könnte Ihr Texte und abstrakte Begriffe hervorheben! Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

 

Von der Flopchart zur Flipchart

Was wäre eine #workshop oder ein #trainingohne eine ordentliche #visualisierung? Flipcharts sind dazu ein probates Medium – auch im virtuellen Raum. Blöd nur, wenn sich die Teilnehmer:innen fragen: „Kannst Du das entziffern?“
Wie Ihr mit Eurem #flipchart gut ankommt, das zeige ich Euch nächste Woche. Jeden Tag gibt es ein kleines 𝗧𝘂𝘁𝗼𝗿𝗶𝗮𝗹:
Montag: Handschrift – schnell und leserlich ✏️
Dienstag: Figuren zeichnen 🏃
Mittwoch: Grafische Elemente 💥
Donnerstag: Symbole ⏳
Freitag: Farbe & Effekte 💄
Ich freue mich auf Euch!
#visualfacilitation #training #graphicrecording #facilitation #flipchart#moderator #trainer