Dieses Plakat habe ich nicht gezeichnet. Und genau das ist das Problem.

Dieses Plakat habe ich nicht gezeichnet. Und genau das ist das Problem.
Ich inszeniere gerade einen improvisierten Krimi. Meine Disziplin. Mein Terrain. Ich benötige dazu ein Plakat. Meine Disziplin. Mein Terrain. Oder zumindest dachte ich das. Normalerweise würde ich jetzt: skizzieren, verwerfen, neu ansetzen. Diesmal nicht. Ich hatte eine ziemlich klare Vorstellung im Kopf. Also habe ich sie direkt in eine KI geschrieben. Und dann: Zack. Peng. Wusch. Das Plakat war da! Kein Umweg. Kein Ringen. Kein „wird schon noch“. Einfach da. Und jetzt sitze ich davor und merke:
👉 Ich hätte das auch selber zeichnen können!
👉 Habe ich aber nicht!
👉 Ich fauler Hund!
👉 Und das Ergebnis ist trotzdem genau meins!
Das fühlt sich effizient und gleichzeitig komplett falsch an. Denn was ist hier eigentlich passiert? Ich habe nicht mehr gezeichnet. Ich habe entschieden. Und vielleicht ist genau das der Punkt, der weh tut: Wenn das reicht – was passiert dann mit dem Handwerk? Und noch unangenehmer: War mein Handwerk jemals meine Kernkompetenz? War es wirklich mein Können, das einen Unterschied gemacht hat?
Der Künstler als Handwerker, als jemand, der etwas erschafft. Und jetzt sitzt da eine Maschine, die sagt: „Sag mir doch einfach, was du willst, während du die nächste Theaterprobe vorbereitest!“
Nicht mehr der, der es ausführt, ist entscheidend. Sondern der, der weiß, was er sehen will. Das ist unbequem. Aber eins wird ziemlich klar: Schlechte Ideen bleiben schlecht – egal ob mit Pinsel oder Prompt. Und gute Ideen finden plötzlich schneller eine Form. Ist das so? Ich weiß es gerade ehrlich nicht!
Deshalb die Frage an euch: Ist das noch meine Arbeit? Oder habe ich sie gerade abgegeben und mir nur das Ergebnis behalten? Wo zieht Ihr die Grenze?



