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	<title>Kunstpädagogik | The Art Of Storytelling</title>
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	<title>Kunstpädagogik | The Art Of Storytelling</title>
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		<title>Ich überlege ernsthaft, Radiergummis zu verbieten!</title>
		<link>https://artofstorytelling.de/mut-und-fehlerkultur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Cambeis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2026 09:08:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Workshop]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Nicht aus Prinzip. Aus Erfahrung. Ich beobachte im Kunstunterricht immer wieder dieselbe Szene: Ein Strich. Eine kurze Pause. Dann der Griff zum Radiergummi. Noch ein Strich, wieder Zögern, wieder wird radiert. Ich frage dann: „Warum radierst du das weg?“ Fast immer kommt dieselbe Antwort: „Weil das falsch war.“ Dann frage ich zurück: „Na und? [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="break-words tvm-parent-container"><span dir="ltr"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2213 size-full" src="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/04/Zentaur.jpg" alt="" width="1408" height="1536" srcset="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/04/Zentaur.jpg 1408w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/04/Zentaur-275x300.jpg 275w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/04/Zentaur-944x1030.jpg 944w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/04/Zentaur-768x838.jpg 768w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/04/Zentaur-1375x1500.jpg 1375w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/04/Zentaur-646x705.jpg 646w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/04/Zentaur-450x491.jpg 450w" sizes="(max-width: 1408px) 100vw, 1408px" /></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="582" data-end="615">Nicht aus Prinzip. Aus Erfahrung.</p>
<p data-start="617" data-end="793">Ich beobachte im Kunstunterricht immer wieder dieselbe Szene: Ein Strich. Eine kurze Pause. Dann der Griff zum Radiergummi. Noch ein Strich, wieder Zögern, wieder wird radiert.</p>
<p data-start="795" data-end="839">Ich frage dann: „Warum radierst du das weg?“</p>
<p data-start="841" data-end="898">Fast immer kommt dieselbe Antwort: „Weil das falsch war.“</p>
<p data-start="900" data-end="993">Dann frage ich zurück: „Na und? Habe ich gesagt, dass ihr ein richtiges Bild zeichnen sollt?“</p>
<p data-start="995" data-end="1250">In diesem Moment verändert sich etwas. Der Blick richtet sich nicht mehr auf das Bild, sondern auf den Fehler. Es geht nicht mehr ums Zeichnen, sondern ums Vermeiden. Plötzlich existieren nur noch zwei Kategorien: richtig oder falsch, schön oder hässlich.</p>
<p data-start="1252" data-end="1434">Dabei sind es oft gerade die vermeintlich falschen Linien, die eine Zeichnung lebendig machen. Sie zeigen, wie jemand denkt, sucht, ausprobiert und langsam seinen eigenen Weg findet.</p>
<p data-start="1436" data-end="1705">An meiner Zeichnung <strong data-start="1456" data-end="1492">„Zentaur, sich selbst abwerfend“</strong> gefällt mir bis heute genau diese Suchbewegung. Man kann verfolgen, wie ich die Beinstellung gefunden habe. Nicht trotz der vielen Linien, sondern wegen ihnen. Wenn alles sauber ist, ist oft nichts mehr lebendig.</p>
<h2 data-start="1707" data-end="1731">Was lerne ich daraus?</h2>
<p data-start="1733" data-end="1814">Vielleicht ist der Radiergummi gar kein Werkzeug. Vielleicht ist er eine Haltung.</p>
<p data-start="1816" data-end="1899">Die Haltung, dass Fehler verschwinden müssen, bevor überhaupt etwas entstehen darf.</p>
<p data-start="1901" data-end="2050">Mit drei Jahren hätten Kinder keinen Radiergummi gebraucht. Damals gab es weder richtig noch falsch. Da gab es nur ein begeistertes: <strong data-start="2034" data-end="2050">„Schau mal!“</strong></p>
<p data-start="2052" data-end="2168">Vielleicht verlieren wir später gar nicht unsere Kreativität. Vielleicht lernen wir nur, sie ständig zu korrigieren.</p>
<p data-start="2170" data-end="2330">Deshalb frage ich mich inzwischen ernsthaft: Brauchen wir im Kunstunterricht wirklich Radiergummis? Oder sollten wir manchmal erst lernen, ohne sie zu zeichnen?</p>
<p data-start="2332" data-end="2363">Mich interessiert eure Meinung.</p>The post <a href="https://artofstorytelling.de/mut-und-fehlerkultur/">Ich überlege ernsthaft, Radiergummis zu verbieten!</a> first appeared on <a href="https://artofstorytelling.de">The Art Of Storytelling</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Beste an meinem neuen Job als Kunsterzieher: Es geht gar nicht um mich!</title>
		<link>https://artofstorytelling.de/kunstunterricht-veraendert-kreativitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Cambeis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2026 11:06:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstunterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Storytelling]]></category>
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		<category><![CDATA[Neugier]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsentwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit ich Kunst unterrichte, beschäftigt mich eine überraschende Erkenntnis. Zum ersten Mal seit vielen Jahren geht es bei meiner Arbeit nicht mehr um mich. Und das empfinde ich als unglaublich befreiend. Als Kunststudent war das anders. Damals drehte sich fast alles um die eigene Position. Um den eigenen Stil. Die eigene Handschrift. Um die Frage, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="break-words tvm-parent-container"><span dir="ltr"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-2192 size-full" src="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand.jpg" alt="" width="1232" height="1839" srcset="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand.jpg 1232w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-201x300.jpg 201w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-690x1030.jpg 690w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-768x1146.jpg 768w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-1029x1536.jpg 1029w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-1005x1500.jpg 1005w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-472x705.jpg 472w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-450x672.jpg 450w" sizes="(max-width: 1232px) 100vw, 1232px" /></span></span></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="422" data-end="497">Seit ich Kunst unterrichte, beschäftigt mich eine überraschende Erkenntnis. Zum ersten Mal seit vielen Jahren geht es bei meiner Arbeit nicht mehr um mich. Und das empfinde ich als unglaublich befreiend.</p>
<p data-start="629" data-end="804">Als Kunststudent war das anders. Damals drehte sich fast alles um die eigene Position. Um den eigenen Stil. Die eigene Handschrift. Um die Frage, wie man unverwechselbar wird.</p>
<p data-start="806" data-end="929">Ich fuhr nachts Taxi und malte tagsüber Taxibilder. Daraus entstand mein Markenzeichen. Trotzdem hörten die Fragen nie auf.</p>
<p data-start="931" data-end="984"><strong>            &#8222;Was unterscheidet meine Arbeiten von denen anderer?&#8220;</strong></p>
<p data-start="986" data-end="1025"><strong>            &#8222;Wie entwickle ich meinen Stil weiter?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1027" data-end="1077"><strong>            &#8222;Wie finde ich Galeristen, ohne mich anzubiedern?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1079" data-end="1102"><strong>            &#8222;Reicht das überhaupt?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1079" data-end="1102"><strong>            &#8222;Bin ich gut genug?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1104" data-end="1174">Im Kunstunterricht verschiebt sich dieser Blick plötzlich vollständig. Nicht mehr:</p>
<p data-start="1189" data-end="1206"><strong data-start="1189" data-end="1206">            &#8222;Was kann ich?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1208" data-end="1216">Sondern:</p>
<p data-start="1218" data-end="1303"><strong data-start="1218" data-end="1303">            &#8222;Wie kann ich einem jungen Menschen helfen, seine eigene Kreativität zu entdecken?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1305" data-end="1390">Plötzlich geht es um ihre Neugier. Ihre Fragen. Ihre Unsicherheit. Ihre ersten Ideen. Nicht darum, ob ich originell genug bin. Sondern darum, ob ich einen Raum schaffen kann, in dem andere den Mut finden, etwas Eigenes auszuprobieren. Dieser Perspektivwechsel hat mich mehr entlastet, als ich erwartet hätte.</p>
<p data-start="1618" data-end="1733">Vielleicht, weil ich dabei gemerkt habe, dass mich genau das noch mehr interessiert als das eigene Werk. Als Graphic Recorder, Illustrator oder Moderator stelle ich meine Kreativität ebenfalls in den Dienst anderer. Ich helfe Menschen, Gedanken zu ordnen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Ideen weiterzuentwickeln.</p>
<p data-start="1950" data-end="2000">Nur eines fühlt sich völlig anders an.</p>
<p data-start="2002" data-end="2112">Im Markt muss ich diese Arbeit jeden Tag neu erklären. Mich positionieren. Sichtbar werden. Kunden überzeugen. Im Unterricht fällt das alles weg.</p>
<p data-start="2150" data-end="2175">Dort zählt nur die Frage:</p>
<p data-start="2177" data-end="2263"><strong data-start="2177" data-end="2263">            &#8222;Was brauchen die Schülerinnen und Schüler, damit sie heute etwas entdecken können?&#8220;</strong></p>
<p data-start="2265" data-end="2347">Vielleicht empfinde ich genau deshalb den Unterricht oft als erstaunlich erholsam. Nicht, weil er einfacher wäre. Sondern weil mein eigenes Ego für ein paar Stunden keine Hauptrolle mehr spielt. Je länger ich unterrichte, desto mehr frage ich mich, ob wir Kreativität manchmal falsch verstehen.</p>
<p data-start="2564" data-end="2640">Vielleicht besteht sie gar nicht zuerst darin, etwas Besonderes zu schaffen.</p>
<p data-start="2642" data-end="2729">Vielleicht beginnt sie dort, wo wir anderen helfen, ihre eigenen Ideen ernst zu nehmen.</p>
<p data-start="2731" data-end="2772">Mich lässt dieser Gedanke nicht mehr los. Wie viel Energie würden wir gewinnen, wenn wir weniger Zeit darauf verwenden müssten, uns ständig selbst zu behaupten? Und mehr Zeit hätten, gemeinsam etwas entstehen zu lassen?</p>
<h1 data-start="2959" data-end="2982">Was lerne ich daraus?</h1>
<p data-start="2984" data-end="3063">Früher dachte ich, gute Kunst müsse vor allem etwas über den Künstler erzählen. Heute glaube ich, dass Kreativität ihre größte Kraft oft dort entfaltet, wo sie anderen hilft, ihre eigenen Gedanken zu entwickeln. Vielleicht ist genau das die wichtigste Aufgabe eines Kunsterziehers. Nicht Menschen zu zeigen, <strong data-start="3295" data-end="3302">wie</strong> sie zeichnen sollen.</p>
<p data-start="2984" data-end="3063">Sondern ihnen das Vertrauen zu geben, <strong data-start="3363" data-end="3424">dass ihre eigenen Ideen es wert sind, sichtbar zu werden.</strong></p>The post <a href="https://artofstorytelling.de/kunstunterricht-veraendert-kreativitaet/">Das Beste an meinem neuen Job als Kunsterzieher: Es geht gar nicht um mich!</a> first appeared on <a href="https://artofstorytelling.de">The Art Of Storytelling</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Muss ich da noch was dazumalen, damit ich eine gute Note bekomme?“</title>
		<link>https://artofstorytelling.de/kreativitaet-und-fehlerangst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Cambeis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2026 09:31:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstunterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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		<category><![CDATA[Bewertung]]></category>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; &#160; Diese Frage stellte mir neulich ein Schüler im Kunstunterricht. Er meinte sie völlig ernst. Nicht aus Faulheit. Nicht aus Ironie. Sondern weil er wissen wollte, wie er möglichst sicher ans Ziel kommt. Während ich darüber nachdachte, wurde mir klar: Eigentlich fragte er gar nicht nach Kunst. Er will wissen:         [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="break-words tvm-parent-container"><span dir="ltr"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-2187 size-full" src="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814.jpg" alt="" width="2048" height="1536" srcset="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814.jpg 2048w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814-300x225.jpg 300w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814-1030x773.jpg 1030w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814-768x576.jpg 768w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814-1536x1152.jpg 1536w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814-1500x1125.jpg 1500w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814-705x529.jpg 705w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1768478597814-450x338.jpg 450w" sizes="(max-width: 2048px) 100vw, 2048px" /></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="266" data-end="329">Diese Frage stellte mir neulich ein Schüler im Kunstunterricht. Er meinte sie völlig ernst.</p>
<p data-start="360" data-end="397">Nicht aus Faulheit. Nicht aus Ironie.</p>
<p data-start="399" data-end="469">Sondern weil er wissen wollte, wie er möglichst sicher ans Ziel kommt. Während ich darüber nachdachte, wurde mir klar: Eigentlich fragte er gar nicht nach Kunst.</p>
<p data-start="564" data-end="574">Er will wissen:</p>
<p data-start="576" data-end="638"><strong data-start="576" data-end="638">            „Woran erkenne ich, dass es für eine Eins reicht?“</strong></p>
<p data-start="640" data-end="711">Je länger ich darüber nachdachte, desto öfter hörte ich dieselbe Frage. Nicht im Klassenzimmer. Sondern überall. Im Unternehmen.</p>
<p data-start="773" data-end="800"><strong>            „Was will der Kunde hören?“</strong></p>
<p data-start="802" data-end="838"><strong>            „Was erwartet die Geschäftsführung?“</strong></p>
<p data-start="840" data-end="868">           <strong> &#8222;Was muss ich liefern, damit nieman etwas daran auszusetzen hat?&#8220;</strong></p>
<p data-start="870" data-end="899">Der Mechanismus ist derselbe. Plötzlich geht es nicht mehr darum, etwas Eigenes zu entwickeln. Sondern darum, möglichst wenig falsch zu machen. Der Schüler richtet seine Idee auf die Bewertung aus. Der Mitarbeiter auf das erwartete Ergebnis. Und irgendwann geschieht etwas Merkwürdiges:</p>
<p data-start="1164" data-end="1194">Alle wünschen sich Innovation. Aber niemand möchte das Risiko tragen, das Innovation mit sich bringt. Dabei entsteht Kreativität selten dort, wo Menschen nur Erwartungen erfüllen.</p>
<p data-start="1347" data-end="1366">Sie braucht Umwege. Irrtümer. Überraschungen. Sie ist chaotisch. Unkontrollierbar. Geheimnisvoll.</p>
<p data-start="1451" data-end="1559">Vielleicht ist der Kunstunterricht deshalb einer der letzten Orte, an denen wir genau das noch üben könnten. Nicht das perfekte Ergebnis. Sondern den Mut, etwas auszuprobieren, dessen Ausgang noch niemand kennt.</p>
<p data-start="1666" data-end="1746">Natürlich brauchen Schulen und Unternehmen Regeln, Qualität und Verlässlichkeit. Das Problem beginnt erst dann, wenn diese Werkzeuge wichtiger werden als Neugier. Wenn aus Orientierung Anpassung wird. Wenn Sicherheit wichtiger ist als Entdeckung. Je länger ich unterrichte, desto häufiger frage ich mich:</p>
<p data-start="1976" data-end="2019">Wollen wir wirklich eigenständige Menschen?</p>
<p data-start="2021" data-end="2102">Oder wünschen wir uns vor allem Menschen, die Erwartungen möglichst gut erfüllen? Vielleicht entscheidet sich genau dort, ob Kreativität entsteht. Oder nur gute Anpassung.</p>
<h2 data-start="2196" data-end="2220">Was lerne ich daraus?</h2>
<p data-start="2222" data-end="2315">Ich glaube inzwischen, dass Kreativität nicht dort beginnt, wo Menschen alles richtig machen. Sondern dort, wo sie den Mut haben, etwas auszuprobieren, das auch scheitern könnte.</p>
<p data-start="2403" data-end="2468">Vielleicht sollten wir deshalb im Kunstunterricht weniger fragen:</p>
<p data-start="2470" data-end="2494"><strong data-start="2470" data-end="2494">            „Ist das gut genug?“</strong></p>
<p data-start="2496" data-end="2506">Und öfter:</p>
<p data-start="2508" data-end="2580"><strong data-start="2508" data-end="2580">            „Was hast du ausprobiert, das du dich vorher nicht getraut hättest?“</strong></p>
<p data-start="2582" data-end="2622">Denn genau dort beginnt für mich Lernen. Und vielleicht beginnt dort auch Innovation.</p>The post <a href="https://artofstorytelling.de/kreativitaet-und-fehlerangst/">„Muss ich da noch was dazumalen, damit ich eine gute Note bekomme?“</a> first appeared on <a href="https://artofstorytelling.de">The Art Of Storytelling</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>An zwei Tagen pro Woche Kunstlehrer an einem Gymnasium</title>
		<link>https://artofstorytelling.de/warum-erwachsene-glauben-sie-koennen-nicht-zeichnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Cambeis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 09:57:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstunterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Storytelling]]></category>
		<category><![CDATA[Fehlerkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Kunstpädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Neugier]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Februar 2025 unterrichte ich an zwei Tagen pro Woche Kunst an einem Gymnasium. Das ist meine erste Festanstellung und ich bin 60. Seit Jahren höre ich auf Workshops und Konferenzen denselben Satz:             „Ich kann so etwas nicht. Ich war schon in der Schule schlecht im Zeichnen.“ Seit ich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2179 size-full" src="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383.jpg" alt="" width="1280" height="1923" srcset="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383.jpg 1280w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-200x300.jpg 200w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-686x1030.jpg 686w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-768x1154.jpg 768w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-1022x1536.jpg 1022w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-998x1500.jpg 998w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-469x705.jpg 469w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-450x676.jpg 450w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="315" data-end="398"><em>Seit Februar 2025 unterrichte ich an zwei Tagen pro Woche Kunst an einem Gymnasium. Das ist meine erste Festanstellung und ich bin 60.</em></p>
<p data-start="400" data-end="466">Seit Jahren höre ich auf Workshops und Konferenzen denselben Satz:</p>
<p data-start="468" data-end="548"><strong data-start="468" data-end="548">            „Ich kann so etwas nicht. Ich war schon in der Schule schlecht im Zeichnen.“</strong></p>
<p data-start="550" data-end="599">Seit ich unterrichte, frage ich mich immer öfter:</p>
<p data-start="601" data-end="640"><strong data-start="601" data-end="640">            Woher kommt dieser Satz eigentlich?</strong></p>
<p data-start="642" data-end="757">Denn keines der Kinder in der 5. Klasse kommt mit der Überzeugung in den Kunstunterricht, nicht zeichnen zu können. Sie zeichnen einfach. Sie mischen Farben. Sie bauen. Sie experimentieren. Wenn aus Gelb und Blau erst einmal eine braune Soße wird, lachen sie kurz und probieren weiter.</p>
<p data-start="934" data-end="962">Für sie ist das kein Fehler. Sondern ein Lernschritt. Im Laufe der Monate habe ich etwas gelernt:</p>
<p data-start="1035" data-end="1102"><strong data-start="1035" data-end="1102">            „Falsch“ ist im Kunstunterricht ein erstaunlich nutzloses Wort.</strong></p>
<p data-start="1104" data-end="1211">Natürlich kann ich zeigen, wie Perspektive funktioniert. Wie man Farben mischt oder eine Figur konstruiert. Aber Kunst entsteht nicht dadurch, dass jemand alles richtig macht. Sondern dadurch, dass jemand den Mut hat, etwas auszuprobieren.</p>
<p data-start="1347" data-end="1392">Mit den Jahren scheint diese Neugier zu verschwinden. Bei den älteren Schülerinnen und Schülern verändert sich etwas. Viele fragen nicht mehr:</p>
<p data-start="1485" data-end="1527"><strong data-start="1485" data-end="1527">            „Was passiert, wenn ich das so mache?“</strong></p>
<p data-start="1529" data-end="1537">Sondern:</p>
<p data-start="1539" data-end="1571"><strong data-start="1539" data-end="1571">            „Wie macht man das richtig?“</strong></p>
<p data-start="1573" data-end="1578">Oder:</p>
<p data-start="1580" data-end="1616"><strong data-start="1580" data-end="1616">            „Reicht das für eine gute Note?“</strong></p>
<p data-start="1618" data-end="1658">Plötzlich geht es nicht mehr um Neugier. Sondern um Sicherheit. Nicht mehr um Entdecken. Sondern darum, möglichst wenig falsch zu machen. Dabei wünsche ich mir etwas ganz anderes.</p>
<p data-start="1803" data-end="1874">Dass diese Kinder später in Meetings sitzen und sich nicht kleinmachen. Dass sie ihre Ideen aussprechen. Dass sie ausprobieren. Dass sie den Mut haben, auch einmal daneben zu liegen. Denn genau daraus entstehen oft die besten Gedanken. Die schönste Rückmeldung bekomme ich deshalb nicht, wenn ein Bild besonders gelungen ist. Sondern wenn ein Schüler plötzlich sagt:</p>
<p data-start="2177" data-end="2217"><strong data-start="2177" data-end="2217">            „Ach so. Das sieht ja gar nicht so schlecht aus!“</strong></p>
<h1 data-start="2224" data-end="2247">Was lerne ich daraus?</h1>
<p data-start="2249" data-end="2324">Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass Menschen ihre Kreativität verlieren. Ich glaube, sie verlieren oft nur den Mut, sie zu benutzen. Vielleicht beginnt guter Kunstunterricht deshalb gar nicht beim Zeichnen. Sondern bei einem Gefühl:</p>
<p data-start="2489" data-end="2567"><strong data-start="2489" data-end="2567">            „Hier darf ich ausprobieren, ohne Angst davor zu haben, falsch zu liegen.“</strong></p>
<p data-start="2569" data-end="2636">Vielleicht brauchen wir genau solche Räume nicht nur in der Schule. Sondern überall dort, wo neue Ideen entstehen sollen.</p>
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		<title>Mein erstes Mobiltelefon &#8211; von 1969!</title>
		<link>https://artofstorytelling.de/smartphone-im-unterricht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Cambeis]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 16:40:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstunterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Storytelling]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmerksamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Bildkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstpädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Smartphone]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Reichweite: Wohnzimmer bis Küche. Apps: Fantasie. Geduld. Gespräche mit niemandem. Datenschutz: absolut. Akku: unendlich. Es war aus Plastik, hatte Räder und wenn ich es hinter mir herzog, klingelte nichts.             Trotzdem habe ich stundenlang telefoniert. Mit mir selbst. Mit Neil Armstrong auf dem Mond. Mit Dinosauriern. Mit der Zukunft. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2168 size-full" src="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1.jpg" alt="" width="1800" height="1800" srcset="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1.jpg 1800w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-300x300.jpg 300w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-1030x1030.jpg 1030w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-80x80.jpg 80w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-768x768.jpg 768w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-1536x1536.jpg 1536w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-36x36.jpg 36w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-180x180.jpg 180w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-1500x1500.jpg 1500w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-705x705.jpg 705w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-120x120.jpg 120w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/Mobiltelefon-1-450x450.jpg 450w" sizes="(max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="271" data-end="304">Reichweite: Wohnzimmer bis Küche. Apps: Fantasie. Geduld. Gespräche mit niemandem. Datenschutz: absolut. Akku: unendlich. Es war aus Plastik, hatte Räder und wenn ich es hinter mir herzog, klingelte nichts.</p>
<p data-start="484" data-end="526"><strong>            Trotzdem habe ich stundenlang telefoniert.</strong></p>
<p data-start="528" data-end="543">Mit mir selbst. Mit Neil Armstrong auf dem Mond. Mit Dinosauriern. Mit der Zukunft.</p>
<p data-start="616" data-end="680">Heute tragen schon Fünftklässler Smartphones in der Hosentasche. Mit Kameras, die besser sind als die ersten Digitalkameras. Mit KI-Filtern und mit Zugang zum gesamten Wissen der Menschheit. Und im Unterricht legen wir sie auf den Tisch. Display nach unten. Stumm.</p>
<p data-start="885" data-end="907">Ich finde das richtig. Ein Smartphone kann Aufmerksamkeit schneller verschwinden lassen als fast jedes andere Gerät. Aber je länger ich Kunst unterrichte, desto öfter frage ich mich:</p>
<p data-start="1071" data-end="1145">            <strong>&#8222;Reden wir eigentlich genug darüber, wofür dieses Werkzeug gedacht ist?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1071" data-end="1145">Ein Smartphone kann fotografieren, filmen, zeichnen, Musik komponieren., Geschichten erzählen. Es kann Details entdecken, die man sonst übersieht. Original und Bearbeitung vergleichen. Perspektiven sichtbar machen. Über Bilder streiten. Kurz:</p>
<p data-start="1399" data-end="1432">            <strong>Es kann Kreativität unterstützen.  </strong></p>
<p data-start="1434" data-end="1449">Nicht ersetzen. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Aufgabe des Kunstunterrichts. Nicht zu entscheiden, ob Handys erlaubt oder verboten sind. Sondern gemeinsam herauszufinden, wann sie uns beim Denken helfen und wann sie uns vom Denken abhalten. Mein Spielzeugtelefon hatte keine Kamera, kein Internet, keine Likes, keine Benachrichtigungen. Aber es hatte etwas, das ich heute manchmal vermisse:</p>
<p data-start="1850" data-end="1855">Zeit. Zeit zum Spielen. Zeit zum Nachdenken. Zeit, aus einer leeren Plastikschachtel ein Raumschiff werden zu lassen. Vielleicht brauchen Kinder deshalb gar nicht zuerst strengere Handyregeln. Vielleicht brauchen sie Erwachsene, die ihnen zeigen, dass jedes Werkzeug seinen richtigen Moment hat.</p>
<p data-start="2154" data-end="2168">            <strong>Ein Bleistift. Ein Pinsel.</strong><strong> Oder eben ein Smartphone.</strong></p>
<h1 data-start="2215" data-end="2238">Was lerne ich daraus?</h1>
<p data-start="2240" data-end="2297">Ich glaube nicht, dass Smartphones Kreativität zerstören. Aber ich glaube, sie machen eine gute Frage wichtiger denn je:</p>
<p data-start="2363" data-end="2392"><strong data-start="2363" data-end="2392">            &#8222;Benutze ich das Werkzeug?&#8220;</strong></p>
<p data-start="2394" data-end="2425">Oder benutzt das Werkzeug mich? Denn Kreativität beginnt für mich nicht mit der Technik. Sondern mit der Aufmerksamkeit.</p>The post <a href="https://artofstorytelling.de/smartphone-im-unterricht/">Mein erstes Mobiltelefon – von 1969!</a> first appeared on <a href="https://artofstorytelling.de">The Art Of Storytelling</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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