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	<title>Kunsterziehung | The Art Of Storytelling</title>
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		<title>Das Beste an meinem neuen Job als Kunsterzieher: Es geht gar nicht um mich!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin Cambeis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2026 11:06:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstunterricht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit ich Kunst unterrichte, beschäftigt mich eine überraschende Erkenntnis. Zum ersten Mal seit vielen Jahren geht es bei meiner Arbeit nicht mehr um mich. Und das empfinde ich als unglaublich befreiend. Als Kunststudent war das anders. Damals drehte sich fast alles um die eigene Position. Um den eigenen Stil. Die eigene Handschrift. Um die Frage, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span class="break-words tvm-parent-container"><span dir="ltr"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-2192 size-full" src="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand.jpg" alt="" width="1232" height="1839" srcset="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand.jpg 1232w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-201x300.jpg 201w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-690x1030.jpg 690w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-768x1146.jpg 768w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-1029x1536.jpg 1029w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-1005x1500.jpg 1005w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-472x705.jpg 472w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/01_Baldestand-450x672.jpg 450w" sizes="(max-width: 1232px) 100vw, 1232px" /></span></span></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="422" data-end="497">Seit ich Kunst unterrichte, beschäftigt mich eine überraschende Erkenntnis. Zum ersten Mal seit vielen Jahren geht es bei meiner Arbeit nicht mehr um mich. Und das empfinde ich als unglaublich befreiend.</p>
<p data-start="629" data-end="804">Als Kunststudent war das anders. Damals drehte sich fast alles um die eigene Position. Um den eigenen Stil. Die eigene Handschrift. Um die Frage, wie man unverwechselbar wird.</p>
<p data-start="806" data-end="929">Ich fuhr nachts Taxi und malte tagsüber Taxibilder. Daraus entstand mein Markenzeichen. Trotzdem hörten die Fragen nie auf.</p>
<p data-start="931" data-end="984"><strong>            &#8222;Was unterscheidet meine Arbeiten von denen anderer?&#8220;</strong></p>
<p data-start="986" data-end="1025"><strong>            &#8222;Wie entwickle ich meinen Stil weiter?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1027" data-end="1077"><strong>            &#8222;Wie finde ich Galeristen, ohne mich anzubiedern?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1079" data-end="1102"><strong>            &#8222;Reicht das überhaupt?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1079" data-end="1102"><strong>            &#8222;Bin ich gut genug?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1104" data-end="1174">Im Kunstunterricht verschiebt sich dieser Blick plötzlich vollständig. Nicht mehr:</p>
<p data-start="1189" data-end="1206"><strong data-start="1189" data-end="1206">            &#8222;Was kann ich?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1208" data-end="1216">Sondern:</p>
<p data-start="1218" data-end="1303"><strong data-start="1218" data-end="1303">            &#8222;Wie kann ich einem jungen Menschen helfen, seine eigene Kreativität zu entdecken?&#8220;</strong></p>
<p data-start="1305" data-end="1390">Plötzlich geht es um ihre Neugier. Ihre Fragen. Ihre Unsicherheit. Ihre ersten Ideen. Nicht darum, ob ich originell genug bin. Sondern darum, ob ich einen Raum schaffen kann, in dem andere den Mut finden, etwas Eigenes auszuprobieren. Dieser Perspektivwechsel hat mich mehr entlastet, als ich erwartet hätte.</p>
<p data-start="1618" data-end="1733">Vielleicht, weil ich dabei gemerkt habe, dass mich genau das noch mehr interessiert als das eigene Werk. Als Graphic Recorder, Illustrator oder Moderator stelle ich meine Kreativität ebenfalls in den Dienst anderer. Ich helfe Menschen, Gedanken zu ordnen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Ideen weiterzuentwickeln.</p>
<p data-start="1950" data-end="2000">Nur eines fühlt sich völlig anders an.</p>
<p data-start="2002" data-end="2112">Im Markt muss ich diese Arbeit jeden Tag neu erklären. Mich positionieren. Sichtbar werden. Kunden überzeugen. Im Unterricht fällt das alles weg.</p>
<p data-start="2150" data-end="2175">Dort zählt nur die Frage:</p>
<p data-start="2177" data-end="2263"><strong data-start="2177" data-end="2263">            &#8222;Was brauchen die Schülerinnen und Schüler, damit sie heute etwas entdecken können?&#8220;</strong></p>
<p data-start="2265" data-end="2347">Vielleicht empfinde ich genau deshalb den Unterricht oft als erstaunlich erholsam. Nicht, weil er einfacher wäre. Sondern weil mein eigenes Ego für ein paar Stunden keine Hauptrolle mehr spielt. Je länger ich unterrichte, desto mehr frage ich mich, ob wir Kreativität manchmal falsch verstehen.</p>
<p data-start="2564" data-end="2640">Vielleicht besteht sie gar nicht zuerst darin, etwas Besonderes zu schaffen.</p>
<p data-start="2642" data-end="2729">Vielleicht beginnt sie dort, wo wir anderen helfen, ihre eigenen Ideen ernst zu nehmen.</p>
<p data-start="2731" data-end="2772">Mich lässt dieser Gedanke nicht mehr los. Wie viel Energie würden wir gewinnen, wenn wir weniger Zeit darauf verwenden müssten, uns ständig selbst zu behaupten? Und mehr Zeit hätten, gemeinsam etwas entstehen zu lassen?</p>
<h1 data-start="2959" data-end="2982">Was lerne ich daraus?</h1>
<p data-start="2984" data-end="3063">Früher dachte ich, gute Kunst müsse vor allem etwas über den Künstler erzählen. Heute glaube ich, dass Kreativität ihre größte Kraft oft dort entfaltet, wo sie anderen hilft, ihre eigenen Gedanken zu entwickeln. Vielleicht ist genau das die wichtigste Aufgabe eines Kunsterziehers. Nicht Menschen zu zeigen, <strong data-start="3295" data-end="3302">wie</strong> sie zeichnen sollen.</p>
<p data-start="2984" data-end="3063">Sondern ihnen das Vertrauen zu geben, <strong data-start="3363" data-end="3424">dass ihre eigenen Ideen es wert sind, sichtbar zu werden.</strong></p>The post <a href="https://artofstorytelling.de/kunstunterricht-veraendert-kreativitaet/">Das Beste an meinem neuen Job als Kunsterzieher: Es geht gar nicht um mich!</a> first appeared on <a href="https://artofstorytelling.de">The Art Of Storytelling</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>An zwei Tagen pro Woche Kunstlehrer an einem Gymnasium</title>
		<link>https://artofstorytelling.de/warum-erwachsene-glauben-sie-koennen-nicht-zeichnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Cambeis]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 09:57:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstunterricht]]></category>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Februar 2025 unterrichte ich an zwei Tagen pro Woche Kunst an einem Gymnasium. Das ist meine erste Festanstellung und ich bin 60. Seit Jahren höre ich auf Workshops und Konferenzen denselben Satz:             „Ich kann so etwas nicht. Ich war schon in der Schule schlecht im Zeichnen.“ Seit ich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-2179 size-full" src="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383.jpg" alt="" width="1280" height="1923" srcset="https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383.jpg 1280w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-200x300.jpg 200w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-686x1030.jpg 686w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-768x1154.jpg 768w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-1022x1536.jpg 1022w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-998x1500.jpg 998w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-469x705.jpg 469w, https://artofstorytelling.de/wp-content/uploads/2026/01/1765535830383-450x676.jpg 450w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="315" data-end="398"><em>Seit Februar 2025 unterrichte ich an zwei Tagen pro Woche Kunst an einem Gymnasium. Das ist meine erste Festanstellung und ich bin 60.</em></p>
<p data-start="400" data-end="466">Seit Jahren höre ich auf Workshops und Konferenzen denselben Satz:</p>
<p data-start="468" data-end="548"><strong data-start="468" data-end="548">            „Ich kann so etwas nicht. Ich war schon in der Schule schlecht im Zeichnen.“</strong></p>
<p data-start="550" data-end="599">Seit ich unterrichte, frage ich mich immer öfter:</p>
<p data-start="601" data-end="640"><strong data-start="601" data-end="640">            Woher kommt dieser Satz eigentlich?</strong></p>
<p data-start="642" data-end="757">Denn keines der Kinder in der 5. Klasse kommt mit der Überzeugung in den Kunstunterricht, nicht zeichnen zu können. Sie zeichnen einfach. Sie mischen Farben. Sie bauen. Sie experimentieren. Wenn aus Gelb und Blau erst einmal eine braune Soße wird, lachen sie kurz und probieren weiter.</p>
<p data-start="934" data-end="962">Für sie ist das kein Fehler. Sondern ein Lernschritt. Im Laufe der Monate habe ich etwas gelernt:</p>
<p data-start="1035" data-end="1102"><strong data-start="1035" data-end="1102">            „Falsch“ ist im Kunstunterricht ein erstaunlich nutzloses Wort.</strong></p>
<p data-start="1104" data-end="1211">Natürlich kann ich zeigen, wie Perspektive funktioniert. Wie man Farben mischt oder eine Figur konstruiert. Aber Kunst entsteht nicht dadurch, dass jemand alles richtig macht. Sondern dadurch, dass jemand den Mut hat, etwas auszuprobieren.</p>
<p data-start="1347" data-end="1392">Mit den Jahren scheint diese Neugier zu verschwinden. Bei den älteren Schülerinnen und Schülern verändert sich etwas. Viele fragen nicht mehr:</p>
<p data-start="1485" data-end="1527"><strong data-start="1485" data-end="1527">            „Was passiert, wenn ich das so mache?“</strong></p>
<p data-start="1529" data-end="1537">Sondern:</p>
<p data-start="1539" data-end="1571"><strong data-start="1539" data-end="1571">            „Wie macht man das richtig?“</strong></p>
<p data-start="1573" data-end="1578">Oder:</p>
<p data-start="1580" data-end="1616"><strong data-start="1580" data-end="1616">            „Reicht das für eine gute Note?“</strong></p>
<p data-start="1618" data-end="1658">Plötzlich geht es nicht mehr um Neugier. Sondern um Sicherheit. Nicht mehr um Entdecken. Sondern darum, möglichst wenig falsch zu machen. Dabei wünsche ich mir etwas ganz anderes.</p>
<p data-start="1803" data-end="1874">Dass diese Kinder später in Meetings sitzen und sich nicht kleinmachen. Dass sie ihre Ideen aussprechen. Dass sie ausprobieren. Dass sie den Mut haben, auch einmal daneben zu liegen. Denn genau daraus entstehen oft die besten Gedanken. Die schönste Rückmeldung bekomme ich deshalb nicht, wenn ein Bild besonders gelungen ist. Sondern wenn ein Schüler plötzlich sagt:</p>
<p data-start="2177" data-end="2217"><strong data-start="2177" data-end="2217">            „Ach so. Das sieht ja gar nicht so schlecht aus!“</strong></p>
<h1 data-start="2224" data-end="2247">Was lerne ich daraus?</h1>
<p data-start="2249" data-end="2324">Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass Menschen ihre Kreativität verlieren. Ich glaube, sie verlieren oft nur den Mut, sie zu benutzen. Vielleicht beginnt guter Kunstunterricht deshalb gar nicht beim Zeichnen. Sondern bei einem Gefühl:</p>
<p data-start="2489" data-end="2567"><strong data-start="2489" data-end="2567">            „Hier darf ich ausprobieren, ohne Angst davor zu haben, falsch zu liegen.“</strong></p>
<p data-start="2569" data-end="2636">Vielleicht brauchen wir genau solche Räume nicht nur in der Schule. Sondern überall dort, wo neue Ideen entstehen sollen.</p>
<p>&nbsp;</p>The post <a href="https://artofstorytelling.de/warum-erwachsene-glauben-sie-koennen-nicht-zeichnen/">An zwei Tagen pro Woche Kunstlehrer an einem Gymnasium</a> first appeared on <a href="https://artofstorytelling.de">The Art Of Storytelling</a>.]]></content:encoded>
					
		
		
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